Muse - The 2nd Law

Veröffentlichungsjahr:2012
Stil:Muse
Spieldauer:
Homepage:muse.mu
Land:Wales
Label:www.warnermusic.de
Verfasser: Aamon

7 Punkte von 10


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Vorweg: Selbstverständlich klingen alle Muse-Scheiben gut und selbstverständlich gibt's auf jeder Muse-Scheibe zwangsweise coole Songs, dennoch entäuschen die Avantgarde-Stadion-Rocker etwas. Grundsätzlich finde ich es weder schlimm, noch erstaunlich, hier einen völlig entgegengesetzten Soundzugang zu wählen, als beim Vorgänger-Werk "The Resistance". Aber bei Muse muss man sowieso mit allem rechnen!

Damals lobte man diesen bombastischen 70er-Sound, der fast an uralte Meat Loaf und Queen-Scheiben erinnert hat, heute könnte man den perfektionistischen 80er-Pop-Sound loben, den Muse hier ganz schneidig aufziehen. Leider klingt einiges dann doch zu flach. Manchesmal muss ich gar an Franky Goes To Hollywood denken oder an U2 in der grauenvollsten Spät-80er-Phase. Das ist natürlich alles bewußt gesetzt. Es gibt aber neben "Madness" und "Panic Station" auch gutes Stückwerk. Das von Basser Chris Wolstenholme gesungene "Liquid State" wäre auf jedem Muse-Album ein Highlight gewesen. Der Opener "Supremacy" repräsentiert auch sämtliche Muse-Melancholie, bietet aber dann doch ein Hauptriff, welches eigentlich harmonisch nicht zum Song passt. Mit den Abschluss-Bombast-Orgien "The 2nd Law: Unsustainable" und "The 2nd Law: Isolated System" wird gekonnte Style-Kreuzung zwischen Dubstep, Filmmusik, Klassik, Pop und Rock betrieben, dass es eine klassisch mus'sche Freude ist. Dennoch hat man auch bei weiteren guten Songs den Eindruck, dass sich Muse tatsächlich wirklich wiederholt. Klar: Muse hat diesen völlig eigenen harmonischen Zugang, welcher sich aus Bellamys klassischer Leidenschaft speist, aber diesmal wirkt einiges selbst-geklaut.

Als Muse-Fan stellt man höchste Ansprüche und teilweise erfüllt das Album diese. Man freut sich aber dennoch auf große Veränderungen, die spätestens beim nächsten Album sicher wieder zu hören sein werden.