Iron Maiden - Flight 666 : The Movie

DVD Beschreibung:
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Verfasser: Aamon

9 Punkte von 10


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Ausführliches Review der eben erschienenen DVD folgt...

Diese Tour-Doku behandelt den ersten Teil der Somewhere Back In Time-Tour im Frühjahr 2008, die über Australien und Asien nach Nord-Süd und Mittelamerika führte.

13 Länder, 70.000 km und eine halbe Millionen Fans. Dies war nur möglich, weil Sänger Bruce Dickinson mit der eigenen Maiden-Boeing Band und Tourtross durch die halbe Welt geflogen ist.

Der neue Iron Maiden-Kinofilm lief europaweit nur an einem einzigen Tag (21.4.2009) in allen größeren Kinos. Die, die nicht vorort waren, können den Film aber bereits im Mai käuflich erwerben. Die sehr gute Arbeit von Sam Dunn, der für die bislang einzigen nennenswerten Metal-Dokumentationen „A Headbanger's Journey“ und „Global Metal“ verantwortlich war, hat sich auch bis zum Maiden-Management herumgesprochen. Und genau dessen Qualität ist auch hier allgegenwärtig. Witz, Ernsthaftigkeit und auch der nötige Tiefgang ist vor allem drammaturgisch schwer umzusetzen, wenn man peinliche Backstage-Szenen, technische Fakten, beeindruckende Tourbilder und Live-Situationen verweben muss.

Dunn enthält sich diesmal auch im Kommentar zurück, der nur anfangs kurz stattfindet. Das war aber sicher eine der Vorgaben von Maiden. Die Band und das Maiden-Team gibt sich betont lässig und gut gelaunt, die ironische Analyse bleibt aber etwas auf der Strecke. Wenn man die Musiker am Golfplatz sieht und gleich darauf hungrige, fanatische Metalfans aus Südamerika oder Asien, die Maiden zu ihrer Religion erheben, dann mutet das natürlich befremdlich an, spiegelt aber die klassische Rockstar-Realität wieder. Im Falle von Maiden bleiben sogar in solchen Einstellungen Unmutsäußerungen der zuschauenden Fans aus. Bei Metallica würden solch bewusst gegengesetzte Einstellungen wohl völlig anders ausgelegt werden. Maiden ist eben symphatisch und sie sind wohl wirklich am Boden geblieben, soweit sowas überhaupt möglich ist. Das selbstironische und kritische Element kommt in diesem Film von Band und der Tour-Family selbst.

Extrem gelungen ist die zeitliche Komponente hinsichtlich Livesituation und reiner Tour-Doku. Der Schnitt und die Montage ist diesbezüglich perfekt umgesetzt. Nur gegen Ende hat sich der aus Kanada stammende Sam Dunn natürlich den Toronto-Gig als Live-Höhepunkt ausgesucht, der nach dem beeindruckenden Südamerika-Live-Material so nicht ganz funktioniert hat.

Der Live-Sound selbst kommt übrigens extrem roh und ungeschliffen. Auch wenn man etwas zu oft lachende, gar zu fröhliche Musiker-Gesichter sieht, die Fuck Off-Attidüde muss man bei Maiden wohl anders suchen. Man spielt in ausverkauften Arenen weltweit untrendige Mucke ohne irgendwelche mediale Beachtung. Ein klassischer Mikro-Kosmos.

Mitte Mai kommt der Film als DVD. Zusätzlich zu diesem Film sieht man dann auch sämtliche eingespielten Song-Ausschnitte auch ungeschnitten auf einer Zusatz-DVD.