Wacken Roll

Erscheinungsjahr:2009
Autor:Andreas Schöwe
Homepage:
Sprache:Deutsch
Verlag:http://www.hannibal-verlag.de

Nun gibt's auch das Buch zum Wacken Festival. Grundsätzlich keine schlechte Idee, die Hintergründe zu beleuchten, die dieses Festival zum größten Metal-Festival der Welt gemacht haben, welches zudem auch abseits der Metalwelt einen hohen Bekanntheits-und Kultfaktor hat.

Autor Andreas Schöwe (Metal Hammer) versucht mit zahlreichen Interviews das Phänomen zu beleuchten, was phasenweise auch recht gut gelingt. Am meisten beeindrucken hier die Gespräche mit den Ortszuständigen, Geschäftspartnern, Brhörden und den beiden Hauptverantwortlichen Holger Hübner und Thomas Jensen, die recht eindrucksvoll schildern, welch enorme Organisation es bedarf, ein solches Festival überhaupt auf die Beine zu stellen. Das Festival stand mehrmals an der Kippe und nur die außergewöhnlich gute Zusammenarbeit mit Einwohnern und Behörden und diese wohl äußerst leidenschaftliche und visionäre Form der Problemlösung war der Grund, dass das Festival heute noch existiert, noch dazu so erfolgreich.

Der History-Teil hätte etwas hintergründiger sein dürfen. Hier wären einige wirklich tiefgehendere Fakten und Anekdoten wünschenswert gewesen. Abgesehen davon, wird auch vieles davon in den Interviews mit Musikern, die aus irgendeinem Grund für Wacken relevant waren, wiederholt. Hier wäre weniger mehr gewesen. Zuoft gibt's hier auch die Lobhudelei auf die Veranstalter zu lesen. "Echte Metalfans machen ein Festival für Metalfans" Vor allem klingt solches Anti-Kommerz-Gefassel etwas strange, wenn es aus den Mündern oder Griffeln von solch truen Kapazundern, wie Rudolf Schenker und Klaus Meine (Scorpions) kommt. Entbehrlich auch das Geschreibe von Gary Holt (Exodus), der sich auf 2 Seiten eigentlich nur über seine Band ausbreitet. Gut, er hat in Wacken mit Exodus eine Quasi-Reunion gespielt, das wars aber schon.

Insgesamt liest sich die 270 Seiten dicke Doku aber ziemlich flüssig und kurzweilig und sie macht tatsächlich Lust, sich wieder mal diese völlig eigene Wacken-Atmosphäre zu geben, die auch aufgrund der Tatsache entsteht, dass ein ganzes Dorf mittlerweile felsenfest hinter dem Festival steht und stolz drauf ist.

Auch hinsichtlich der ganzen Kritiken, die ein Festival dieser Größe immer abbekommt, darf man niemals vergessen, dass der Erfolg des Festivals auch daher rührt, daß die Veranstalter ein reines Metalfestival etablieren konnten, als Metal mausetot war und diese Linie bis heute durchgezogen haben.
8 Punkte von 10

von: Aamon