Enclave - Stadion-Thrash kommt natürlich auch im Escape-Keller gut

Live On Stage:Enclave, Devilate, Beyond Sirius
Location:Escape Metalcorner, Wien
Datum:19.5. 2012
Verfasser:Aamon

Metalfanatics-Kurzbewertung:

Bands: 9/10
Sound: 10/10
Location: 9/10
Stimmung: 9/10
Besucherzahl: 120 (geschätzt)

online seit:
2012-05-25

Enclave rufen zur CD-Präsentation und der Laden ist richtig gut gefüllt.

Interessant, dass mittlerweile sämtliche Bands ihre CD-Produktionen mit einem Live-Gig promoten und feiern. Das war lange Zeit überhaupt nicht der Fall. Ich finde es richtig und es ist eine gute Entwicklung.

Im Falle von Enclave dürften sich einige Thrash Metal-Fans ins Escape verirrt haben, die man sonst äußerst selten sieht und zusätzlich war auch das Stammpublikum zahlreicher vertreten als sonst. Dass Enclave eine Klasse-Band sind, hat sich also bereits herumgesprochen. Zuerst mussten aber Beyond Sirius aus Wien ran, die ich leider nicht gesehen habe. Als Devilate die Bühne enterten, war aber bereits viel los. Auch sie hatten ihre Fans mitgebracht.

Devilate sind eine junge Truppe und spielen ihren modernen, zwischen Melodic Death und Thrash angesiedelten Metal sehr kompetent. Die Jungs haben eine hohe Grundmusikalität und verbreiten live Spaß, was aber weniger an der Musik liegt, sondern an den positiven Vibes, die vor allem Fronter Daniel Nicke versprüht. Das ist wichtig und das wird ein Segment des Erfolgs sein, wenn die Band die nächsten Jahre weitermacht. Spielerisch gab's nichts auszusetzen und die Songs sind alle gutklassig, auch wenn der absolute Gassenhauer noch nicht mit dabei ist.

Enclave hatte ich noch nie gesehen und war mal gespannt, vor allem, als ich bestimmte Band-Merkmale erblickt hatte, wurde mir bewusst, dass man es hier wohl mit einer Musikerband zu tun hat. Und das ist auch im Verlaufe des Konzerts zu 100% eingetroffen, was grundsätzlich nicht positiv sein muss, hier aber doch gewesen ist.

Ein Killer-Einstieg mit sehr durchdachtem Thrash-Riffing und hochmelodischen Parts namens "The Invocation" verdeutlichte mehr als genug, dass diese Band mit den ultra-rabiaten neuen Thrashbands nichts zu tun hat.



Das Gebotene könnte man als Stadion-Thrash bezeichnen und es ist in dieser Qualität in Österreich sicher eine Ausnahme. Das bedeutet keineswegs zu wenig Härte: Ganz im Gegenteil. Gerade durch das ziemlich perfekte Zusammenspiel und der qualitativ hochwertigen Soundeinstellungen innerhalb der Band drückt diese enorm und klingt ziemlich fett. Und vor allem würden diese Songs auch auf einer ganz großen Bühne funktionieren, weil nie auf die Komposition vergessen wurde und der Wiedererkennungswert hoch ist.

"Pitbull/Master Of The Ruins" und "Command Of The Blade" zeigten eigentlich alles, für was die Band steht: Killerriffs und immer wieder diese melodischen Gitarren-Leads, somit wurde auch die Stimmung immer besser und die wurde bei mir ganz riesengroß, als danach der beste Slayer-Song "Black Magic" am Programm stand und das Live-Cover muss man als gelungen bezeichnen. Interessant, dass 2 Songs später Stadion-Rock am Programm stand: "Nightrain" von Guns'n Roses wurde ganz party-like runtergeholzt, das war zwar lustig, aber das Song-Feeling wurde nicht rübergebracht.

Die Stimmung stieg natürlich trotzdem, vor allem aufgrund der eigenen Vorzüge: Super-Soli, vor allem die Doppel-Leads der Gitarristen kamen richtig cool und auch Vocalist/Bassist Rainer ist ein guter Fronter, der das Publikum mitziehen kann. Am Ende musste sogar noch eine nicht eingeplante Zugabe gespielt werden: "Master Of Puppets" hat den Sack dann endgültig zugemacht. Die echt gute Stimmung war aber nicht erstaunlich: Die Fans sind ja nicht blöd, die bekommen schon mit, wenn eine Band richtig gut ist.

Verbesserungswürdig erscheint mir aber das Stage-Acting. Auch wenn die Band Rock'n Roll-Freuden vermitteln konnte, geht hier sicher noch mehr, auch wenn das Augenmerk der Band auf das spielerische Element gesetzt ist, was auch nicht unwesentlich ist.
User Bewertung dieser Show:

Durchschnittliche Bewertung der Metalfanatics-Leser bisher: 5.2/10
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