Hello Tulsa Horde! Babarian Metal from Austria!

Live On Stage:Tulsadoom, Grimforst, Hellrazors, Malignity
Location:Escape, Metalcorner Wien
Datum:29.9. 2012
Verfasser:Aamon

Metalfanatics-Kurzbewertung:

Bands: 8/10
Sound: 8/10
Location: 9/10
Stimmung: 9/10
Besucherzahl: 140 (geschätzt)

online seit:
2012-10-10

Tulsadoom waren lange nicht mehr zu sehen in Wien, haben aber dieses Jahr einige erfolgreiche Festival-Gigs abgeliefert. Zusätzlich kam dieses Jahr das erste Album Babarian Steel raus. Man durfte gespannt sein.

Als erstes durften aber Malignity ran, die ihren technisch doch relativ versierten Core-Metal zwar musikalisch ansprechend rüberbrachten, aber auf der Bühne bis auf den Frontman einfach nichts darstellten. Die Jungs wirkten geschreckt und einfach zu brav. Rock'n Roll-Ausstrahlung sieht anders aus. Songs und musikalische Power sind aber ausbaufähig, zeigen sich aber noch zu durchschnittlich, um aus dem großen Pool der modern ausgelegten brutalen Melodic Death/Thrash Metal-Bands herauszuragen. Zumindest haben sie zahlreiche Fans mitgebracht, die den Escape-Keller zu dieser Zeit bereits luftig gefüllt haben. Das ist ja auch nicht immer so.

Gänzlich anders angelegt ist der True Metal-Spirit der oberösterreichischen Fuck Off-Thrasher Hellrazors. Hier wird „Old School“-Feeling optisch und musikalisch gelebt. Wer die Band letztes Jahr im Viper Room gesehen hat, wird heute erfreut festgestellt haben, wie schön es sein kann, wenn eine Band sich um eine volle Klasse steigern kann.

Hellrazors haben über leichte Besetzungswechsel und sicherlich ehrgeizigen Proberaum-Sessions zu einer neuen Form gefunden. Der Rumpelfaktor im Drumbereich ist verschwunden, das geradlinige Feeling ist aber geblieben. Jetzt kann man sich dem Ausdruck widmen und das hat man an diesem Abend getan:

Die Songs leben, die Riffs und Harmonien stimmen und man zelebriert eine Mixtur aus klassischem Metal und geilem Thrash. Zusätzlich klingt man originell und verdammt ausdrucksstark. In dieser Form kann man auf allen Metalbühnen bestehen. Hellrazors muss man zu den ganz wenigen „Respect Metal“-Bands in Österreich zählen und davon gibt’s hierzulande ohnehin wenige.

Die Fanschar vor der Bühne wächst kontinuierlich, als Grimforst mit ihrem deutschsprachigem Pagan/Black/Death-Modern-Gebräu um die Ecke kommen mitsamt ihrem zackigen Dreck-Outfit, welches mich ganz kurz sogar an Heaven Shall Burn erinnert hat. Leider kann ich keinen Zusammenhang zwischen ihrem Wald-Baum-Logo und der optischen Attitüde erkennen, aber egal. Energische Mucke ist das allemal, wenngleich ich Flammensturm oder Ildorath einen Zacken besser finde. Bühnen-bestimmend ist die coole Growl/Kreisch/Sing-Performance von Vocalist Grimnir. Vielleicht sollte man musikalisch noch ein paar Schritte weiter gehen, um wirklich herauszuragen, alle Ansätze sind da: Eine gute Truppe!

Interessant immer, wenn eine österreichische Band in Wien den Headliner macht und man spürt: Ja, hier ist eine Band wirklich am Aufbruch! Die Bude ist auf einmal voll. Jubel keimt auf, als das „Conan-Intro“ melancholisch und aufpeitschend ertönt. Hier weiß man um Dramaturgie und Wirkung.

Der Opener „The Glory Of Thulsa Doom“ fetzt furios rein, man merkt da diese bestimmte Stimmung, wenn von der Bühne was richtig Geiles rüberkommt. Nicht unwesentlich ist natürlich die Optik der Band, die Show. All das wäre aber überflüssig, wenn die Mucke nicht stimmen würde und hier setzt die Band gewohnt auf Killerriffs, erstklassige Soli, die den musikalischen Anspruch der Band unterstreichen wollen und doch den Mitgröhl-Aspekt der Nummern, die gut ins Ohr gehen. Auf Letzteres legen zu viele Bands zu wenig Wert, aber genau das wollen die Fans, so hat die Band bereits in jungen Jahren Semi-Live-Hits zu bieten.

13 Nummern lang wird das Energie-Level gehalten, alle Songs des Debuts kommen zum Zug und klingen live noch einen Tacken heftiger, was nicht nur am wie immer fetten Escape-Sound liegt, sondern auch am Drumming: Saugeil, was Doktharr Radiovodnik an seinen War-Drums abzieht. Der Posing-Faktor der Band ist enorm, das mögen einige übertrieben finden, aber das macht's schlussendlich auch aus. Und die herrliche Arroganz, zur Zugabe „Babarian Beer Attack“ wieder zur Auftrittsmusik aus der Konserve zu schreiten, macht's noch cooler! Das hat auch das Publikum so gesehen, das nochmals kräftig gröhlt und bangt! Vielleicht könnte man aber die Abwechslung noch etwas raufschrauben, auch songtechnisch hinsichtlich mehr Epic, Tempo und Groove, aber da erst ein Album da ist, wird da ohnehin noch mehr auf uns zukommen!

Song-Höhepunkt: „Enter The Snake Cult“

Hoffentlich in Kürze wieder!
User Bewertung dieser Show:

Durchschnittliche Bewertung der Metalfanatics-Leser bisher: 5.9/10
(35 votes)