Black Metal 2.0: Classic War, Ambient, Thrash, Rock'n Roll, alles mit dabei!

Live On Stage:Maniac Butcher, Aus der Transzendenz, Stormnatt, Karg
Location:Escape, Metalcorner Wien
Datum:20.10. 2012
Verfasser:Aamon

Metalfanatics-Kurzbewertung:

Bands: 9/10
Sound: 8/10
Location: 8/10
Stimmung: 8/10
Besucherzahl: 100 (geschätzt)

online seit:
2012-10-31

Black Metal in einigen Variationsformen gab's an diesem kuscheligen Oktober-Samstag im Wiener Escape unter dem Motto "NIGHT OF THE FROZEN SHADOWS part2" zu hören. Kuschelig voll war der Keller leider nicht, aber dafür brachten die tschechischen Kult-Black Metaller Maniac Butcher einige Fans mit, die sogar ein riesiges Fan-Transparent über den halben Saal ausbreiteten.

Nach den österreichischen Ambient-Metallern Karg war es Stormnatt, die für ihre Verhältnisse ziemlich früh auf die Bretter mussten. Die Österreicher sind eines der Aushängeschilder der heimischen Black Metal-Szene und endlich wieder mal live zu sehen.

Neben 2 guten neuen Songs zeigt die Band live nicht nur harsche Durchsetzungskraft, sondern auch durchaus feinfühliges Melodie-Werk. Entscheidend ist aber, dass Vocalist Mord nicht mal im Ansatz denkt, irgendetwas zu verwässern: Es dominiert dennoch die Raserei und das Grobe. Die Performance ist stimmig und stilistisch würde ich die Band durchaus in den Nahbereich von z.b. Watain bringen, auch dort stimmt diese Mischung. Einzig die ganz große Originalität fehlt, als Subgenre-Band gehören Stormnatt aber mit dieser Performance zu den herausragenden Bands in Österreich. Warten wir das neue Album ab!

Aus der Transzendenz zeigen danach eine extravagantere Variante und präsentieren sich bei schwebenden New Age-Klängen in Kutte und in Kerzenschein. Aber keine Sorge, keine 5 Sekunden später gab's mit „The Secret Revealed“ den rasenden Start in eine äußerst abwechslungsreiche Show, zumindest was die Songs anbelangte. Auffällig: Einige sehr interessante Harmonien, hier geht die Band durchaus weiter als üblich und natürlich der Gesang, der generell sehr emotionell ist, aber vor allem über die zahlreichen Wechsel zum Klargesang wirkt. Das wird sicher nicht jeder mögen, aber es zeigt sich damit doch ein Hang zur Schönheit in all dieser Soundkälte, ein guter Gegensatz. Dennoch ist die Band meilenweit entfernt, in Pathos zu ersticken, aber ein kleiner Schritt ist gesetzt. Alle Black Metal-Gourmets sollten auf jeden Fall mal in die Studioversionen der Songs reinhören, das klingt richtig gut.

Nach dieser eleganten Performance passt natürlich Maniac Butcher wie die Faust aufs Auge. Aber genau so muss das sein: Zum Abschluss ein Wutausbruch, eine Brutalo-Attacke aus Tschechien. Auch wenn die Jungs in ihren Youtube-Videos ähnlich wie Immortal das totale Klischee verkörpern und sich fast schon der Lächerlichkeit preisgeben, zeigen sie sich hier von der absoluten Profi-Seite. Brutalstes auf den Punkt gespieltes Gemetzel, absolut stilsicher und zeitgemäß in Zeiten des Black'n Thrash'n Roll. Was für Killerriffs! Die reine Aggression. Outfit-technisch ist hier weniger Stilsicherheit angesagt, aber auch das passt hier perfekt dazu. Die Band macht Stimmung, wird zurückgeholt, startet nochmals durch und die mitgereisten Die Hard-Fans drehten durch. So muss das sein!

Etwas mehr heimische Fans hätte sich dieses Package verdient gehabt. Egal: Toller Abend, gute Atmosphäre und ein hohes Niveau im Black Metal-Underground!
User Bewertung dieser Show:

Durchschnittliche Bewertung der Metalfanatics-Leser bisher: 4.1/10
(17 votes)